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St. Aegidius - eine "Osterkirche"

Österliche Kunst und österliche Kraft in St. Aegidius

Landläufig nennen wir unsere Kirche „St. Aegidius-Kirche“ – logisch, ist doch dieser Heilige, einer der „Nothelfer“, der Kirchenpatron. Aber man könnte St. Aegidius auch als eine „Osterkirche“ oder „Auferstehungskirche“ sehen. Das ist zwar auch wiederum jede Kirche in gewissem Sinn. Aber in St. Aegidius ist Ostern ein großes Thema!

Wer versteckte Winkel der Kirche sieht oder die Kirche vor der Umgestaltung in den 1990ern kennt, der hat vielleicht die Glasfenster von Valentin Feuerstein im Kopf. Zwischen den 1960ern bis zur letzten Renovation der Kirche leuchteten sie im Chorraum. Gut sichtbar – weil zur Gemeinde ausgerichtet – waren die Fenster mit den Auferstehungsszenen: Die Frauen, die am Grab dem Engel begegnen. Und Thomas, der seine Hand in die Wundmale Jesu legen darf. Expressive Darstellungen, die durch das durchscheinende Licht noch an Kraft gewinnen!
Was für ein Glück, dass die letzte Renovierung so von der Wertschätzung des bisherigen getragen war. So kamen die Fenster nicht einfach weg. Sie fanden ihren Platz in der neugestalteten Kirche. Zwar nicht mehr nebeneinander. Aber durch ihre Position in den beiden Seitenschiffen eröffnen sie den Raum, sodass wir als Jüngerinnen und Jünger von heute in die Begegnungen mit dem Auferstandenen damals hineingenommen werden. Und wenn wir uns dann noch vergewissern, dass wir im Kirchenschiff zwischen dem Wegkreuz mit dem leidenden Jesus im Freien und dem goldenen Kreuz im Chorraum sitzen (worauf uns P. Jürgen vom Kloster Waghäusel in einer Osternachtfeier hingewiesen hat) und unter den Kreisen der Dreifaltigkeit: Dann tauchen wir auch heute in das ganze Geheimnis von Sterben, Tod und Auferstehung Jesu Christi und in das Wirken des dreifaltigen Gottes für uns ein!
Wenn Sie die Glasfenster nicht kennen, machen Sie sich gerne auf die Suche! Und Sie werden diese auch in einem Buch über St. Aegidius entdecken, das in Kürze erscheinen wird, zusammen mit noch viel mehr Eindrücken (kunst)-historischer, theologischer und visueller Art. Mit tatkräftiger Unterstützung durch Berno Müller, fundiert durch sein Wissen und durch das anderer AutorInnen, entsteht eine spannende Reise durch 850 Jahre Geschichte der St. Aegidius-Kirche. Der Blick auf die Glasfenster weckt vielleicht Vorfreude auf mehr!                                                                   
Text: Gernot Hödl, Pastoralreferent
Fotos und Montage: Dorothea Burkhardt