Ein erster Schritt auf dem Weg zu den Entscheidungen
05.05.2023 |
Vollversammlung der vier Pfarrgemeinderäte Wiesloch-Ost am 2.5. in Rauenberg
Es war ein wegweisendes Treffen, ein Ringen mit Wohlwollen, und setzte den ersten Schritt: am 2. Mai tagte in Rauenberg die Vollversammlung der vier Pfarrgemeinderäte auf dem Gebiet der neuen Pfarrei Wiesloch-Ost. Wichtigste Aufgabe war es, den Weg für die ersten Entscheidungen zur Pfarrei Neu zu klären. Diese Aufgabe wurde erfüllt – und dabei auch das Anliegen einer „synodalen Mentalität“ umgesetzt.
Schon der Anfang machte Hoffnung auf einen gelungenen Abend: alle vier Gremien waren beschlussfähig anwesend. Keine Selbstverständlichkeit: in mehreren neuen Pfarreien wurde die nötige Zahl an Anwesenden bei den ersten Vollversammlungen nicht erreicht.
Mit der Sitzungsleitung war Pfarrer Bernhard Pawelzik beauftragt. Dekan Uwe Lüttinger delegierte an ihn als stellvertretenden Dekan und lokalen Projektkoordinator diese Aufgabe. So flossen die Überlegungen aus der Projektleitung im Blick auf das neue Entscheidungsgremium in die Sitzung ein. Pfr. Pawelzik verwies auf das Anliegen der „Einmütigkeit“, das von Anfang an im Projekt „Kirchenentwicklung 2030 – Wiesloch-Ost“ angelegt war: „Wir streben eine synodale Mentalität an, durch die wir zu einmütigen Entscheidungen kommen.“ Wichtig sei, so Pawelzik, dass dieser synodale Gedanke nachprüfbar gelebt wird. Aus diesem Grund stellte er eine Präambel vor, die die Arbeit des neuen Gremiums prägen soll. "Dazu gehört ein klarer Informationsfluss an alle Gremiumsmitglieder, der einen Vorfeldprozess in den Seelsorgeeinheiten möglich macht. Einmütigkeit wird schon vor einer Entscheidung angestrebt." Auf dem Weg dahin werden Meinungsbilder in fünf Abstufungen eingeholt: Von 100 % (bin voll dafür) über 75% (Passt schon) und 50% (könnte damit Leben) bis zu 25% (Bauchgrimmen) und 0% (bin dagegen). „Auf der Basis der Meinungsbilder werden wir fragen: was braucht es um vom ‚Bauchgrimmen‘ zum ‚Passt schon‘ zu kommen?“ versicherte Pawelzik. So könnten Hintergründe vertieft und geprüft und Anliegen auf andere Weise aufgegriffen werden. Darüber hinaus erklärte Pawelzik, dass jeder Beschluss eine doppelte Mehrheit haben muss. Die Mitglieder jedes Einzelgremiums müssen zustimmen und das gesamte Entscheidungsgremium ebenfalls. „Die Vorgaben der Erzdiözese Freiburg sehen beim Letzteren eine 50%-Mehrheit als ausreichend. Uns ist es wichtig, dass wir hier eine Zwei-Drittel-Mehrheit erreichen“, so Pawelzik.
Einstimmig bestätigte die Vollversammlung diese Präambel. Wie hilfreich dieser Weg sein kann, zeigte sich bereits in der ersten wesentlichen Abstimmung. Dr. Klemens Gramlich, Mitglied der Projektleitung und des Ressorts „Verwaltung im Prozess“ erläuterte die Aufgabe: „Wir können unsere Entscheidungen auf die Pfarrei Neu hin in drei Varianten treffen. In einer Vollversammlung aller Pfarrgemeinderäte, in einer reduzierten Vollversammlung oder in einem beschließenden Ausschuss“. Alle drei Varianten hätten Vor- und Nachteile, so Gramlich. Dies wurde auch in der folgenden Diskussion deutlich. Der Hinweis auf die große zeitliche Belastung sprach gegen die Vollversammlung, die Beteiligung möglichst vieler sprach wiederum dafür. Die erste Meinungsbildabfrage zeigte noch kein einheitliches Bild. Im Anschluss daran schaffte es das Gremium, Brücken zu bauen, die viele Anliegen aufgreifen konnten. So stand am Ende der Vorschlag im Raum, eine reduzierte Vollversammlung mit den weiteren Entscheidungen zu beauftragen. Jeweils fünf Delegierte entsenden die Seelsorgeeinheiten Letzenberg, Wiesloch-Dielheim und Leimen-Nußloch-Sandhausen, vier Mitglieder kommen aus der Seelsorgeeinheit Walldorf-St. Leon-Rot. Diesem Vorschlag konnten alle zustimmen – ein Erfolg der „synodalen Mentalität“.
Die anschließenden personellen Entscheidungen waren getragen von der konstruktiven Stimmung, die in dem Prozess entstanden war: Dr. Klemens Gramlich aus der SE Walldorf-St. Leon-Rot wurde zum Vorsitzenden gewählt, Maike Nießner aus Wiesloch-Dielheim zur stellvertretenden Vorsitzenden. Alois Schwane (Leimen-Nußloch-Sandhausen) und Roswitha Schöttler (Letzenberg) komplettieren den Vorstand von Seiten der Ehrenamtlichen. Pfr. Bernhard Pawelzik wird dem Vorstand als priesterlicher Teil der Projektkoordination angehören – bis zur Entscheidung, wer leitender Pfarrer der Pfarrei Neu wird. In das Entscheidungsgremium hinzugewählt wurden als beratende Mitglieder: Heiko Wenz, stellvertretender Leiter der Verrechnungsstelle Heidelberg-Wiesloch, für die wirtschaftliche Expertise; Gernot Hödl als zweiter Projektkoordinator und Gemeindereferentin Bettina Hartnagel aus der SE Letzenberg als Vertreterin der Hauptamtlichen.
Am Dienstag, 9.5.2023 findet die erste Sitzung des Entscheidungsgremiums statt. Am 24.5. werden sich in gleicher Weise wie beim Pfarrgemeinderat die vier Stiftungsräte zu einer ersten gemeinsamen Sitzung treffen. Die Treffen der reduzierten Vollversammlung sind immer öffentlich, die Stiftungsräte treffen sich in nichtöffentlicher Sitzung.