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Zwei sehr unterschiedliche Vorträge bei der Generation 60+

Generation 60+

Erinnern Sie sich noch? Im Herbst hatte die Generation 60+ zu zwei thematisch unterschiedlich erscheinenden Vorträgen eingeladen – und doch verbindet sie ein gemeinsamer Aspekt: die Politik.

Im September war Herr Jakob Ellensohn von der Fachstelle Demokratiebildung der Erzdiözese Freiburg zu Gast und referierte über das Thema „Braucht Demokratie Kirche?“ Er traf dabei auf eine erfreulich große Schar interessierter und diskussionsfreudiger Teilnehmer und so kam es rasch zu einem Austausch mit und Nachfragen an den Referenten.

Aufgrund der u.a. im Grundgesetz festgelegten rechtlichen Stellung der Kirche bestehen zahlreiche Schnittstellen und Kooperationen, z.B. bei Wohlfahrtsaufgaben, Religionsunterricht, Universitäten, Priesterausbildung, Feiertagen und der Kirchensteuer. Im öffentlichen Stimmungsbild führt das zu positiven und negativen Empfindungen:
 
Positiv Negativ
Moralische Orientierung, soziales Engagement Glaubwürdigkeit
Friedensförderung Relevanz von Glaubensfragen
Glaube/Spiritualität Richtungsstreit
 
Die Kirche spielt eine wichtige Rolle in der Demokratie. Sie sorgt für moralische Orientierung, fördert soziales Engagement und stabilisiert den sozialen Zusammenhalt. Zugleich kämpft sie aber in einer säkularisierten Gesellschaft auch wegen ihrer nicht-demokratischen Strukturen um ihre Glaubwürdigkeit. Herr Ellersohn plädierte dennoch dafür, dass jeder Christ und jede Christin sich gerade in diesen krisenhaften Zeiten politisch positionieren und engagieren müssten. Dabei lassen wir uns leiten von einer kritischen, aber auch ermutigenden Perspektive auf die Rolle der Kirchen in einer Demokratie, denn „Demokratie ist das zentrale Glaubensbekenntnis unserer Gesellschaft, aber sie erfordert eben Stimmen, Ohren und hörende Herzen.“ (Rosa Hartmut 2022). Eckart Würzner, der Oberbürgermeister von Heidelberg, bemerkte hierzu kürzlich: „Je mehr sich die Gesellschaft polarisiert, desto unverzichtbarer werden die Kirchen als Brückenbauer.“ Nach lebhaften Gesprächen zum Abschluss bedankten wir uns bei Herrn Ellersohn mit herzlichem Applaus als Dank.
 
Einem leichteren Thema widmete sich Herr Heiko Geier dann unter dem Motto „Wer war Astrid Lindgren?“

Alle kennen Pippi, Kalle, Ronja … Aber wer war Astrid Anna Emilia Ericsson, die als Astrid Lindgren all diese Gestalten geschaffen hat? Herr Geier führte uns auf lebhafte und teilweise humorvolle Art durch ihr Lebensstationen. Dabei stellte sich heraus, dass sie eine zutiefst politische Person war, und hier spannt sich der Bogen zum vorigen Vortrag. Von 1939 bis 1945 führte sie ein Tagebuch, das sie als exakte Beobachterin und Chronistin der Kriegsereignisse zeigt, und in dem sie 1941 die „Geburt“ von Pippi Langstrumpf schildert. Sie kämpfte gegen Atomkraft, korrespondierte mit Gorbatschow. Sie erhielt für ihre Erzählungen zahlreiche Ehrungen und Literaturpreise, blieb dabei aber immer wieder    aktiv gegen Ungerechtigkeit. Die „Brüder Löwenherz“ und andere ihrer Bücher riefen oft Kontroversen hervor, da sie zu der damaligen Zeit als „nicht politisch korrekt“ betrachtet wurden.

Lebhaft und bilderreich führte uns Herr Geier durch den Nachmittag, stets im Austausch mit den interessierten und diskussionsfreudigen Teilnehmern. Auch hier gab es zum Abschluss einen großen Applaus für einen gelungen Nachmittag.

Die Vorbereitungsgruppe (SG)