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Keine katholische Gemeinde mehr im 16. Jh.

Das Wormser Synodale ist die letzte Urkunde, in der von der Pfarrgemeinde Sandhausen zu lesen ist, erst wieder 1671 sind Katholiken in Sandhausen urkundlich erwähnt. (Um 1600 hatte die Diözese Worms ganze 15 Pfarreien.) Es kann nun nicht Aufgabe dieser kurzen Geschichte der katholischen Gemeinde sein, einen Überblick über die Reformationsgeschichte zu geben oder sie gar zu beurteilen. Einige Hinweise mögen genügen.
 
Wahrscheinlich werden nach 1517 die einfachen Leute manchen Gedanken Luthers aufgeschlossen gegenüber gestanden haben. Auch Kurfürst Ludwig V. (1508-1544) war ehrlich um einen Ausgleich zwischen den Religionsparteien bemüht. Er blieb dem alten Glauben treu, verfolgte allerdings die Anhänger Luthers in seinem Gebiet nicht. Sein Bruder Friedrich II., der ihm 1544 in der Herrschaft folgte, war innerlich Anhänger der Reformation (Weihnachten 1545 feierte er in der Schloßkapelle »Abendmahl« und am 3. Januar 1546 in der Heiliggeistkirche einen ganzen Gottesdienst auf lutherische Art); politische Gründe, auch die Angst um den Verlust der Kurwürde, hielten ihn jedoch von der Einführung der Reformation ab.
 
1556 resignierte Kaiser Karl V., und im gleichen Jahr wurde Ott-Heinrich Kurfürst. Er ist der Reformator der Pfalz. In drei Jahren beseitigte er die alte Kirchenorganisation vollständig und machte sein Territorium lutherisch. Das war jetzt keine spontane Volksbewegung mehr, sondern wurde zentral geplant. Nach dem Augsburger Religionsfrieden bestimmte der Landesherr die Religion seiner Untertanen auch offiziell. Über die Pfarrer im Amt Heidelberg heißt es, daß »vasst alle . . . zum tail Papisten oder aber sonnst vngeschickte vnd vngelerte Leut seind / Zudem arm / die sich auch mit lrer aignen Handt arbeit / kömerlich des hungers erwern mögen. « In einem Edikt wurde den Pfarrern die Abschaffung der »bapstlichen meß« befohlen, »sacramentsheuslein (Tabernakel), ölebüchsen, gesegnete öle oder chrisam, wei(h)wasser, saltz, palmen, lichter und was deren abergläubigen stuck mehr sein«[6] mußten abgeschafft werden, Seelenämter und Prozessionen wurden untersagt.
 
Fastnachtstreiben und Festgelage mußten als satanische Erfindungen unterbleiben. Während aber Ott-Heinrich, um den Zorn des Volkes zu vermeiden, in aller Stille vorging, beseitigte sein Nachfolger Friedrich III. (1559-1576) alle Reste der alten Kirche. Häufig setzte sich der Kurfürst selbst an die Spitze der Bilderstürmer. Er führte die calvinistische Lehre ein, alle Ketzer, auch teilweise Lutheraner, wurden aufgespürt, verfolgt und ausgewiesen. »In keinem Teil Deutschlands wohl hat sich der religiöse Fanatismus so wechselvoll und gründlich ausgelebt, wie in der Kurpfalz«, schreibt Benz in seinem Heidelbergbuch[7]. In einem Zeitraum von etwa 100 Jahren mußten die Untertanen achtmal ihren Glauben wechseln. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der katholische Gottesdienst wieder eingeführt: 1622-1632 und 1635-1648 war die rechtsrheinische Unterpfalz unter der Herrschaft des katholischen Bayernfürsten. Karl-Ludwig (1649-1680) führte das reformierte Bekenntnis wieder weitgehend ein. Katholiken lebten zwar in seinem Land, aber jede öffentliche Ausübung ihrer Religion war ihnen streng verboten. Taufen und Trauungen mußte als offizieller Standesbeamter der reformierte Pfarrer vornehmen, und der Gottesdienstbesuch außerhalb der Landesgrenzen wurde nach Möglichkeit verhindert.
 
1671 schreibt der reformierte Pfarrer von Leimen, der auch für Sandhausen zuständig war, dem »Churpfaltz Kirchenrat«» Sandthaußen 47 familias, worunter 16 papisten (Katholiken) und 8 lutherischen personen« (63/12 S. 295 f.). In Leimen waren es »an papisten 23«, und in St. Ilgen waren »12 papistische personen«. Eine entscheidende Änderung brachte das Jahr 1685.
 
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